Die jahrelangen Recherchen über die Lembergerrebe allgemein
und im besonderen auch über den Zeitraum, in dem diese Rebsorte
in Württemberg erstmals erwähnt und angebaut wurde,
sind bereits eingeflossen in die Veröffentlichung: "Wie und wann
der Lemberger nach Württemberg kam“, in der Verbandszeitschrift
"Rebe & Wein“ vom September 1996.
Die einschlägige antiquarische Fachliteratur des 18. und 19.
Jahrhunderts gibt keinerlei Hinweise auf die Existenz der Lembergerrebe.
Canzleyrath und Cameralverwalter Immanuel Dornfeld
(Weinsberg) hat 1859 in seiner preisgekrönten Schrift "Weinbauschule,
oder Anleitung zur Pflanzung der Rebe ...“ lediglich in
einem Nebensatz vermerkt:
" ... wird sodann in der neuesten Zeit von vilen Weingärtnern
der blaue Portugieser, der blaue Limberger ... angepflanzt und
empfohlen, ohne genau zu wissen, ob diese ganz neuen Traubengattungen
für unsere climatischen Lagen- und Bodenverhältnisse
passen ...“
Nun, bei einigen Insidern in Sachen Weinbau und Lemberger in
Württemberg, kursiert noch immer die Version der Grafen von
Neipperg im Zabergäu, wonach bereits deren Vorfahren etwa im
17. Jahrhundert den Lemberger von Österreich nach Neipperg
gebracht haben sollen. Schriftliche Quellen darüber sind im gräflichen
Archiv allerdings nicht aufzufinden; es sei eine familiäre
mündliche Überlieferung über Generationen. Theoretisch könnte
dies zwar möglich sein, allein der Anbau von Lembergerreben
müsste dann ausschließlich auf der Markung der Grafen von
Neipperg erfolgt sein; denn die einschlägige Literatur vom Zabergäu
sagt darüber nichts aus. Die Rebsortenbezeichnungen Blauer
Lemberger bzw. Limberger sowie Blaufränkisch tauchen in
Österreich und Deutschland erst in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts auf, so daß es unwahrscheinlich erscheint, daß sie
bereits mehrere Jahrhunderte zuvor in Neipperg unter diesem
Namen im Anbau gestanden haben sollen.
Auf den Seiten 38–45 wurde ausführlich dargestellt, daß es bis dato
keinerlei gesicherte Anhaltspunkte gibt, die zu einem anderen
Ergebnis führen würden. Als Resümee bleibt mit großer Wahrscheinlichkeit
festzustellen, daß die "Limberger-Lemberger-Rebe“
erst etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts aus Österreich nach
Württemberg eingeführt und danach auch hier angebaut wurde.
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