Nach der Veröffentlichung des Artikels "Wie und wann der Lemberger
nach Württemberg kam“ in der Septemberausgabe 1996
von "Rebe & Wein“(der Verbandsschrift des Weinbauverbandes
Württemberg) sind zwar einige Anmerkungen, Hinweise und
Anregungen aus anderen Quellen eingegangen; eine "heiße
Spur“ war nach erfolgter Überprüfung leider nicht dabei.
Der heutzutage oft als "Schwäbische Nobelrebsorte“ bezeichnete
Blaue Lemberger – oder auch Blaue Limberger – dürfte entgegen
der Meinung einiger Insider nicht bereits im 17. oder 18.
Jahrhundert aus der k.k.-Monarchie Österreich-Ungarns in die
württembergischen Weinbauregionen, insbesondere ins Zabergäu,
gekommen sein, sondern ist mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
bei uns heimisch geworden.
Gelegentlich wird ja der Lemberger auch als der "Kaiser“ unter
den württembergischen Rotweinen“ bezeichnet; ein Attribut, das
dieser Wein in Spitzenjahrgängen sicher verdient hat. Innerhalb
der Bundesrepublik Deutschland ist die Rebsorte derzeit praktisch
ausschließlich – zu 98,3% – noch im bestimmten Anbaugebiet
Württemberg angesiedelt. Die größten zusammenhängenden
Lemberger-Rebflächen sind im Zabergäu, Stromberg und
Enztal sowie im Mittleren Weinsberger Tal anzutreffen; einzelne
Lagen sind am Neckar, aber auch in den übrigen schwäbischen
Weinbauregionen existent. In den letzten Jahren hat die Neuanpflanzung
der Lembergerrebe zugenommen. Heute haben wir
eine bestockte Fläche mit etwa 1022 Hektar, das sind rund 10,0%
der Gesamtrebfläche Württembergs.
Die Unsicherheit und Unwissenheit über die eigentliche Herkunft
des Lembergers – offiziell von der "Internationalen ampelographischen Kommission“ anlässlich des 2. Deutschen Weinbau-Congresses vom 25. September bis 3. Oktober 1875 in Colmar als
"Blaufränkisch“ festgelegt und eingetragen – ist nach wie vor gegeben.
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