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    Pressebericht

Preisträger des Vaihinger Löwen 2004 ermittelt

Zum zwölften Mal wurde heuer der "Vaihinger Löwe" vergeben. Der einzige deutsche Lembergerpreis genießt bei Erzeugern höchste Anerkennung und gilt Weinfreunden als vinologisches Barometer. Albrecht Fischer, Sprecher der Vaihinger Weinmesse, sieht in der Rekordbeteiligung eine weiter steigende Akzeptanz der renommiertesten württembergischen Rebsorte, welche nur in den besten Lagen bestockt werden kann. Prämiert mit dieser begehrten Auszeichnung werden Lembergerweine in den drei Kategorien "gesetzlich trocken", "Lemberger mit höherer Restsüße als gesetzlich trocken" und "Barrique-Lemberger, bzw. Lemberger mit deutlicher Holznote, gesetzlich trocken".

Die zwischenzeitlich nicht mehr auf Württemberg beschränkte Anpflanzung von Lembergerreben korreliert auch mit der Resonanz in der überregionalen (Fach-)Presse. Weine aus dem kleinen Holzfass entsprechen dem modernen Verbrauchergeschmack und repräsentieren einen internationalen Weinstil. Diese Gewächse haben zum steigenden Renommee der Württemberger Weine maßgeblich beigetragen.

Die bewährte Jury mit anerkannten Weinexperten, geschmackssicheren Gastronomen und sensorisch erfahrenen Fachjournalisten hat in zwei Tagen die Weine nach dem internationalen 20-Punkte-Schema neutral und verdeckt beurteilt.

Mit 191 Anstellungen wurde das schon gute Vorjahr mit 175 Weinen nochmals deutlich übertroffen. Insgesamt beteiligten sich 71 Betriebe (36 Weingärtnergenossenschaften/Kellereien und 35 Weingüter/Selbstvermarkter) an diesem Wettbewerb.

Den 1. Platz in der Kategorie "gesetzlich trocken" erzielte die 2003er Rosswager Halde Lemberger trocken

von der Genossenschaftskellerei Rosswag-Mühlhausen, auf den 2. Platz setzten die Juroren den 2002er Burg Ravensburger Dicker Franz Lemberger trocken, Weingut Burg Ravensburg. Bei der Geschmacksrichtung mit "höherer Restsüße als gesetzlich trocken" schaffte es die 2003er Lemberger Spätlese der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg aufs Siegertreppchen, 2. wurde die 2002er Neipperger Steingrube Lemberger Auslese der Weingärtnergenossenschaft Brackenheim eG. Bei den Barrique-Weinen kam der 2002er Lemberger trocken Ernst Combé vom arrivierten Aufsteiger Weingut Wachstetter aus Pfaffenhofen aufs Siegerpodest, Platz 2 sicherte sich der 2001er Lemberger trocken *** der Weinmanufaktur Untertürkheim. Die prämierten Weine setzen erneut Maßstäbe in Sachen Lembergergenuss!

Geschmack: gesetzlich trocken mit höherer Restsüße Barrique-Lemberger, bzw. Lemberger mit
Jahrgang:   als gesetzlich trocken mit deutlicher Holznote, gesetzlich trocken
2003: 26 14 12 -
2002: 111 61 34 16
2001: 40 9 5 26
2000: 11 2 - 9
1999: 3 - - 3
Summe: 191 86 51 54
Abdruck vom Text honorarfrei. Beleg erbeten an: Redaktionsbüro Uwe H. Hagmann, Eichwaldstr. 92, 75428 Illingen Tel. 07042 24018, Fax 07042 810 506 E-Mail: uwe.h.hagmann@t-online.de

Der Vaihinger Löwe

Der Name "Vaihinger Löwe" geht auf das Wappentier der Stadt Vaihingen an der Enz zurück. Der Bezug der Stadt mit seinen Ortsteilen zum Wein wurde bereits im Jahr 1987 gewürdigt: die Stadt erhielt das Prädikat "Internationale Stadt der Rebe und des Weines".

Initiiert wurde die Vaihinger Weinmesse von dem früheren Vaihinger Stadt-baumeister, Weinexperten, Buchautor und Koordinator der weingeistigen Matinee im Horrheimer Weinmuseum, Richard Hachenberger.

Mit den neun Mitgliedsbetrieben:
  • Weingut Faigle (Horrheim),
  • Weingärtner Horrheim-Gündelbach (Horrheim),
  • CJD Jugenddorf Schloss Kaltenstein (Vaihingen),
  • Weingut Nonnenmacher (Vaihingen),
  • Genossenschaftskellerei Rosswag-Mühlhausen (Rosswag),
  • Weingut Sonnenhof (Gündelbach),
  • Weingut Steinbachhof (Gündelbach),
  • Weingut Walz (Ensingen) und das
  • Weingut Zimmermann (Rosswag).
finden sich die führenden Erzeugerbetriebe bei der Vaihinger Weinmesse zusammen, Albrecht Fischer vom Weingut Sonnenhof fungiert als Sprecher. Die größte überregionale Lembergerprämierung mit deutschlandweiter Ausschreibung ist der "Vaihinger Löwe", er wird in drei Geschmacksrichtungen
  • gesetzlich trocken
  • mit höherer Restsüße als gesetzlich trocken und
  • Barrique-Lemberger, bzw. Lemberger mit deutlicher Holznote, gesetzlich trocken vergeben.
Das historische Trinkgefäß aus dem Jahr 1610 diente als Vorlage für den kunstvollen Siegerpokal, welche die drei Erstplazierten in jeder Kategorie bei der festlichen Preisverleihung erhalten.

Die Prämierung "Vaihinger Löwe" dient dem Konsumenten und ambitionierten Weinfreund, der (gehobenen) Gastronomie und letztendlich auch den Erzeugern der geschmacklichen und qualitativen Orientierung. Bei der Bundesweinprämierung 2003 standen die angestellten Lemberger wieder ganz oben.

Die Resonanz der vergangenen Prämierungen zeigte, dass die schwäbische Vorzeigerebsorte immer mehr Freunde findet.

Das CJD Jugenddorf Schloss Kaltenstein bietet kalte und warme Speisen aus der Gourmetküche mit Bezug zum Lemberger an. Auf der Karte finden sich z.B. Schweinelendchen am Stück gebraten mit Lembergersoße oder eine Lembergercreme als Dessert. Für den kleinen Hunger gibt es verschiedene Salatteller - alles zu moderaten Preisen.

Ein kleiner Exkurs zur schwäbischen Nobel-Rebsorte:

Der Lemberger

Bezeichnung: Die 1875 von der internationalen ampelographischen Kommission in Colmar durchgesetzte Bezeichnung "Blaufränkisch" hat sich in Deutschland nicht etabliert. Hier wird die Rebsorte fast nur als Lemberger bezeichnet, lediglich das Weingut des Hauses Württemberg ( Hofkammerkellerei) nannte die Rebsorte bis vor wenigen Jahren "Limberger", bestockt ist die Lage "Gündelbacher Steinbachhof". Synonyme sind "Blauer Limberger", in Österreich ist die Bezeichnung "Blaufränkisch" gebräuchlich. "Kékfrankos" heißt die Rebe in Ungarn, in Nordostitalien "Franconia". Selbst im US-Staat Washington wird die Rebsorte als "Lemberger" bezeichnet und überzeugt mit herausragend guten Qualitäten!

Verbreitung: Wird fast nur in Württemberg (9,8% der Rebfläche {2000}) angebaut, in anderen Rotweingebieten nur wenig verbreitet. Bringt im Kraichgau eher schlankere Weine, aber doch markante Gewächse hervor. Franz Keller, Doyen trockener Weine und Weinrebell am Kaiserstuhl pflanzte den Lemberger früher "geduldet" an, zwischenzeitlich gehört sein im Barrique "geedelter"

Lemberger zum festen Bestandteil seiner umfangreichen Rebsortenpalette.

In der Pfalz werden vereinzelt Rebflächen mit Lemberger bestockt.

Ausgewählte Sortenmerkmale: Mittelgroße, runde dunkelblaue Beeren mit fester Schale. Mittelspäte Reife, nach dem Spätburgunder.

Aromencharakteristik: Duft nach schwarzen Johannisbeere, Brombeere, Fruchtdrops, grüner Paprika, Wacholderbeere, aber auch oft mit leicht pfeffrigem Abgang.

Lagenansprüche: Höher als beim Spätburgunder. Muschelkalkböden bringen eher ungewöhnliche Weine. Die traditionellen Keuperstandorte in Württemberg ergeben oftmals "feurige" Kreszenzen. Selten wird er auf Löß/ Lehmböden angebaut.

Wein/Ertrag: Tiefrote, kräftig-körperreiche Weine mit dezentem bis kräftigem Gerbstoffgehalt (bei hohen Mostgewichten und überwiegender Maischegärung für Barrique geeignet). Ertrag etwa 70 - 80 l/a und höher, mit 70 - 80 Grad Öchsle (oft auch mehr) und etwa 7 Promille Säure. Tief dunkelrote Farbe. Feinfruchtig in der Jugend, langsame Reife zu kräftigem, körperreichem und nachhaltigem Wein. Lange lagerfähig. Französischster unter den altbekannten deutschen Rotweinen. Die Lembergerweine und ihre Cuvées haben mit ihrem markantstoffigen Charakter erheblich zur Anerkennung der deutschen Rotweine in der Weinwelt beigetragen.

Herkunft: Vermutlich alte österreichische Sorte (= Blaufränkisch), wohl erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Württemberg heimisch geworden. Es finden sich auch Angaben, dass der Lemberger mit dem "Blauen Portugieser" über Johann Philipp Bronner (z.B. "Der Weinbau im Königreich Würtemberg", 1837) nach Deutschland gekommen sei. Anderen Quellen nach seit etwa 300 Jahren durch Graf Neipperg in Schwaigern (bei Heilbronn) in Württemberg heimisch, Belege hierfür fehlen.

Politik & Kultur: Bekanntester deutscher Lemberger-Trinker war der erste Bundespräsident Theodor Heuss, seine besten staatstragenden Reden schrieb er bei seinem Lieblingswein dem "Brackenheimer Zweifelberg". Bismarck hingegen liebte den "frischen Limberger aus Pöttelsdorf am Neusiedler See".

 

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