Verein zur Förderung der Lemberger Kultur e.V.
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Steckbrief des Blauen Lembergers

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Nun, bei derzeit vermutlich weltweit mehr als 8.000 existierenden Rebsorten mit Kelter- und Tafeltrauben (mit steigender Tendenz) ist es eminent schwierig, die jeweilige Abstammung und Herkunft einer Rebsorte – wenn überhaupt – exakt festzustellen. Lediglich etwa knapp 500 bis 600 Sorten davon haben eine wirtschaftliche Bedeutung.

Im bestimmten Anbaugebiet Württemberg sind derzeit etwa 18–20 interessante Keltertraubensorten im Anbau: Riesling, Silvaner, Ruländer/Grauburgunder, Traminer/Gewürztraminer, Kerner, Weißburgunder, Müller-Thurgau, Muskateller, Chardonnay, Spätburgunder, Trollinger, Lemberger, Schwarzriesling, Samtrot, Dornfelder, Heroldrebe, Helfensteiner, Portugieser. EineVielzahl althergebrachter Rebsorten, die oft nur noch als vereinzelte Exemplare bis vor einigen Jahrzehnten existierten und Jahrhunderte überdauert haben, stehen den heutigen Ampelographen und Rebenzüchtern praktisch nicht mehr zur Verfügung. Hier und da werden in neuerer Zeit zwar wissenschaftliche Untersuchungen über die Zuordnung und Herkunft der heute nicht mehr im Anbau und Ertrag stehenden Traubengattungen vorgenommen; es wäre jedoch wünschenswert, wenn es gelingen würde, diese Forschungsarbeiten künftig weiter zu intensivieren. Was wir heute als Kulturreben bezeichnen, sind überwiegend Nachkommen von Wildreben (vitis vinifera var. silvestris) oder Mutationen, sowie vorgenommene Kreuzungen. Die Freunde und Mitglieder der in Vaihingen an der Enz neugegründeten Vereinigung „Der Lemberger“ meinen, daß der Lemberger bzw. Blaufränkisch derzeit wohl die wertvollste heimische, sprich deutsche Rotweintraubensorte darstellt. Es ist daher legitim, sich etwas näher und detaillierter mit dem „Kaiser unter den Rotgewächsen“ zu befassen. Die Beispiele bei anderen Rebsorten bestätigen, daß es bis dato nur wenige ältere Rebsorten in Deutschland gibt, von denen exakte Daten und Angaben über die Abstammung und Herkunft vorliegen.

Nicht von ungefähr hat sich der „Pro Riesling, Verein zur Förderung der Riesling-Kultur e.V. 1986“ im April 1985 in Trier etabliert. Das gleiche trifft auch für das 1. Silvaner-Symposium im September 1999 in Würzburg zu. Hier konnte z. B. die jahrzehntealte Story, die Silvanerrebe stamme aus Transsylvanien oder Siebenbürgen, dank moderner Computertechnik im Rahmen der Genforschung ad absurdum geführt werden. In Klosterneuburg (Österreich) ist es dem Team von Dr. Ferdinand Regner gelungen, den wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen, daß der Silvaner aus Österreich stammt; er ist letztendlich aus einer Kreuzung von „Traminer“ und „Österreichisch Weiss“ hervorgegangen. In Zusammenhang mit dem Namen der Rebsorte Lemberger- Blaufränkisch sowie deren Abstammung, Herkunft und Verbreitung sind es drei Bereiche, in denen die nachfolgenden Themen abgehandelt werden.

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