Verein zur Förderung der Lemberger Kultur e.V.
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Geleitwort

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Die Weingärtner sind im allgemeinen eher konservativ eingestellte Menschen. Bis bei ihnen etwas Anerkennung und Wertschätzung findet, dauert es deshalb „etwas länger“. So ist es auch nicht verwunderlich, daß sie über lange Zeit an der Anpflanzung alter, ihnen bekannter Rebsorten festhielten. Neuzüchtungen werden auch heute noch kritisch bewertet und finden nur behutsam Eingang ins Sortiment. Gleiches gilt für ausländische Sorten, selbst wenn diese schon anderswo gefragt und geschätzt sind. Um wieviel schwerer hatte es da der „Fremdling“, der auf so abenteuerliche Weise wie der Lemberger ins Neckarland kam. Der heute allgemein geschätzte und anerkannte „Lichtgestalt“ unter den Rotweinsorten war es noch vor 50 Jahren keineswegs beschieden, landesweit Anerkennung zu finden. Doch der Durchbruch ist geschafft: ihr hohes Qualitätspotenzial und die heute gegenüber früher viel sicheren Erträge dank Klonenzüchtung und richtiger Unterlagenwahl haben sie zu einem (jungen) Klassiker und zur drittwichtigsten Rotweinsorte in Württemberg mit immer noch steigender Beliebtheit werden lassen. Wengerter und Weinfreunde schätzen diese Bereicherung der Anbaupalette gleichermaßen.

Gerne wüßten aber der Anbauer und auch der Weingenießer etwas Exaktes über die Kulturgeschichte dieser Rebsorte. Der Autor dieser Schrift hat deshalb in jahrelanger Arbeit mit Fleiß, Geduld und Spürsinn alle ihm zugänglichen Quellen durchforstet, um „back to the roots“ zu kommen – wie der Titel eines auch verfilmten US-Bestsellers lautet – und Licht in die Genealogie dieser wundervollen Sorte zu bringen. Seine enorme Fleißarbeit dokumentiert dem Leser die vielerlei Facetten und Vermutungen zur Herkunft und zur Namensgebung im Verbreitungsgebiet der Sorte „Blauer Limberger“/“Lemberger“. Herr Hachenberger hat mit der umfassenden Sammlung sowie mit der Sichtung der Quellen und Veröffentlichungen einen wichtigen Beitrag zur Weinbaugeschichte erbracht. Das Interesse der Fachwelt ist dem Werk sicher. Herzlichen Glückwunsch.

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Dr. Gerhard Götz
ehemaliger Direktor der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg, der ältesten Weinbauschule in Deutschland

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